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Von Ameisen gefressen, von Bienen gestochen und vom Feuer verschluckt

 

Nach einem etwas vollen Wochenende, waren wir sonntagabends etwas früher im Bett als gewohnt. Doch die Ruhe dauerte nicht lange. Ca. um 23:00 Uhr klingelte Jael´s Telefon. Noch halb im Schlaf wurde der Anruf einfach gleich mal abgewiesen. Doch der Anrufer war beharrlich und versuchte immer und immer wieder durchzukommen, bis Jael endlich richtig aufwachte und sich meldete. Am anderen Ende war eine eher verstörte Freundin, auch Mutter von zwei Kindern im gleichen Alter wie unsere: „Unser Haus ist voller Ameisen. Können wir bitte bei euch übernachten kommen?“ Nun war Jael wach. Diese Ameisen, genannt „Army Ants“ (dt Armee Ameisen) sind wirklich keine angenehmen Mitbewohner. Wer ihnen in den Weg kommt hat schnell einmal blutige Füsse und wird innert wenigen Sekunden von Kopf bis Fuss gebissen. Gerade für kleine, schlafende Kinder können sie auch eine Gefahr darstellen. So erhielten wir um Mitternacht unerwartete aber willkommene Gäste für die Nacht. Am nächsten Morgen war ihre Wohnung dann auch wieder Ameisen frei und sie konnten beruhigt zurück nach Hause gehen. Da jedoch Alexis und der kleine Samuel, beide Mühe hatten nach all der Aufregung wieder einzuschlafen, haben wir alle eine relativ lange Nacht, mit wenig Schlaf erlebt.

*Foto: Ameisenstrasse draussen. Wenn wir einer solchen Strasse begegnen, machen wir jeweils einen weiten Bogen darum. Wenn du auch nur ein wenig zu nahe ran kommst, wirst du sofort von den Ameisen gebissen.

Joel ist zurzeit daran ein Basketballfeld auf der Base zu erstellen. Heute Morgen dauerte es dann nicht lange und seine Arbeiter kamen zu unserem Haus, auf der Suche nach Joel. Leider wusste Jael nicht wo er sich gerade befindet und hat auch nicht verstanden worum es geht, nur, dass sie irgendwelche Schwierigkeiten hatten. Bald darauf folgte die Aufklärung: in der Nähe des Basketballfeldes war ein Bienennest. Die Bewohner dieses Nests fühlten sich scheinbar durch die laufenden Arbeiten bedroht und haben die Arbeiter angegriffen. Nachdem diese alle von den Bienen gestochen worden waren, weigerten sie sich noch weiter zu arbeiten. Als Joel dann selber hingegangen ist, um sich die Situation anzuschauen, ist auch er sogleich von Bienen angegriffen und gestochen worden. Die waren wirklich total aggressiv drauf. So wurden die Arbeiter für den Rest des Tages entlassen. Am Abend ist Joel dann mit einem unserer Nachbarn wieder hingegangen und zusammen haben sie das Bienennest verbrannt. Doch leider ist auch dies nicht ganz reibungslos verlaufen. Beide meinten, dass sie das Nest mit Diesel verbrannten. Doch dummerweise war es Benzin und es gab eine riesen grosse Stichflamme. Da Joel nicht damit gerechnet hatte, war er zu nahe am Feuer und ist in die Stichflamme geraten. „Einen kurzen Moment war Joel ganz in der Flamme verschwunden“ erzählte der Nachbar. Wir sind Gott unendlich dankbar für seinen Schutz und seine Bewahrung bei dieser Aktion. Joel´s Körper wurde zwar halbwegs rasiert im Feuer, aber weiter hat er „nur“ Verbrennungen in der linken Gesichtshälfte, ganz leichte Verbrennungen an einem Arm und am Rücken. Der Rest seines Körpers wurde wunderbar verschont.

*Foto gemacht von unserer 3 jährigen Elina J

Nun sind wir dankbar für einen ruhigen und entspannten Abend nach all den Aufregungen des Tages – mit viel Kühlen der Brandverletzungen – und beten, dass diese Ruhe auch die ganze Nacht durchhalten wird. J